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Ridgeback Phobien


Aus familiärem Anlass hat es ein paar Tage gedauert bis ich mich hier nun wieder melde.

Kibu geht’s gut - allerdings das neuste: er mag die Treppe kaum mehr runter gehen. Wir wohnen im 1.OG und er hat 15 Stufen zu bewältigen - solange Tonka noch vor ihm herging war das kaum ein Problem aber seitdem er da allein, sozusagen freihändig, runter muß ist er leicht verunsichert. Es reichen Kleinigkeiten, um ihn vollends aus dem Takt zu bringen: ein Putzeimer, der unten an der Treppe steht / Nachbarn im Hausflur / unerwartete Geräusche und auch Dinge, die nur er bemerkt. So auch heute morgen - es ging gar nicht mehr, nichts zu machen. Eine Viertelstunde habe ich es versucht - zuletzt stand er zitternd vor der Wohnungstür und ich war schweißgebadet… . Also erst mal wieder in die Wohnung - abwarten, noch’n Kaffee für mich und ‘n Schluck Wasser für Kibu. Eine Stunde später - das Mindestmass für einen sturen Ridgeback-Schädel - neuer Versuch und siehe da: kein Problem. Vermutlich mußte er inzwischen auch recht dringend… . Bleibt nur zu hoffen, daß das nicht zur Gewohnheit wird. Außerdem ist er ja bereits 8 Jahre und somit nicht mehr der Jüngste - auch das macht mir langsam Sorgen wenn ich an diese Treppe denke.

Jedenfalls: Ridgebacks sind echte Dickschädel, im guten wie im schlechten Sinne. Wen sie einmal in ihr Herz geschlossen haben, der ist für immer drin - auch, wenn man ihn/sie erst Jahre später wieder sieht. Wo man einmal was leckeres zum Fressen gefunden hat, da gibt’s bestimmt irgendwann mal wieder was - nachgeguckt wird immer.  Und wenn man einmal eine nette kleine Phobie entwickelt hat dann behält man die auch eine gute Weile - auch, wenn es NIE einen wirklichen Anlass dafür gegeben hat - man weiß es einfach besser - basta! So hatte Kibu bspw. jahrelang Angst vor dem Geräusch des Toasters und das nicht etwa seit seiner Geburt sondern ganz plötzlich, irgendwann, einfach so. Jedesmal wenn der Toast runtergedrückt wurde fing er an zu zittern und bis die Toastscheiben dann wieder hochsprangen saß er sabbelnd und bebend in die hinterste Raumecke gezwängt. Danach war er für einen halben Tag fertig mit der Welt und schlief - unglaublich, oder? Wir haben den Toaster dann irgendwann in den Keller gebracht und jahrelang auf Toast verzichtet. Als wir es dann wieder versuchten war alles beim alten: zittern, hecheln, sabbeln, schlottern. Erst als ich auf die Idee kam, ihm jedesmal etwas von der getoasteten Scheibe abzugeben hörte es auf. Seitdem ist das Toasten kein Problem mehr.  Letztes Jahr dann, wie schon vor einer Weile erwähnt, Schuss- und Knallgeräusche - auch aus heiterem Himmel, von jetzt auf gleich. Und jetzt also die Treppe… allerdings hat er mit der auch wirklich schon schlechte Erfahrungen gemacht wenn er zu hastig runtergerannt ist. Das Problem an dieser Stelle: Kibu wiegt 43 Kilo - den trägt man nicht so leicht die Treppe runter und er mag auch nicht getragen werden, schon gar nicht, wenn er vor Angst nur noch Reißaus nehmen möchte.

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